Wire Wrap – Vielseitig einsetzbare Technik

Die Wire Wrap Technik ist ebenfalls unter den Begriffen Wickeltechnik, Wickelverbindung oder manchmal auch Drahtwickelverbindung bekannt. Darunter versteht man eine durch Kaltverschweißung elektrische Verbindungstechnik, die überwiegend Verwendung in der Fernmeldetechnik, genauer im Bereich von Telefonanlagen, findet. Noch bis zum Beginn der 90er Jahre wurde die Technik auch für Prototypen von Einplatinencomputern, sowie zum Aufbau elektronischer Schaltungen verwendet.

Die Herstellung erfolgt durch die Umwicklung eines scharfkantigen Wickelstifts mit einer Volldraht-Einzelader. Durch den hohen Anpressdruck an den Kanten des Stifts entstehen dort gasdichte und oxidfreie Kontaktstellen. Vier Windungen werden mindestens benötigt, um eine einwandfreie Verbindung gewährleisten zu können. Damit der Draht bei Schwingungsbelastung nicht bricht, werden zwei Windungen isolierten Drahts ebenfalls um den Stift gewickelt. Mechanische Erschütterungen können so abgefedert werden.

Wieder lösen lässt sich eine Verbindung durch ein spezielles Entdrahtungswerkzeug. Nach dem Lösen ist der Pfosten nicht mehr scharfkantig genug, sodass neue Verbindungen an ihm nicht zuverlässig sind. Zwar kann der abgewickelte Draht nach dem Richten der Ader erneut auf einen anderen Pfosten gewickelt werden, jedoch sind neue Verbindungen mit ihm unzuverlässiger, da er nun bruchgefährdet ist. Durch zweimaliges Verformen des Drahts entsteht eine Kaltverfestigung.

 

Anwendungsbeispiele für Wire Wrap

Wire Wrap wurde in Deutschland erst im Jahr 1973 eingeführt. Das erste Unternehmen, das die Technik anwendete, war die Deutsche Bundespost. Dort wurde die Wickeltechnik verwendet, um Verknüpfungen am Verteiler von 2-MBit-Verteilern und NF-Verstärkerstellen herzustellen. Die Drähte wurden auf eine passende Länge geschnitten durch eine spezielle Wickelpistole und dann lötfrei und abisoliert auf dem Anschlussstift aufgebracht durch einen Drahtwickel. Bis heute wird diese Technik noch in älteren Vermittlungsstellen aus den 90ern verwendet.

Auch die Rückseitenverdrahtung der Trägerplatine von Steckverbindern wurde mittels der Wickelverbindung angewandt. Dies war üblich für Steckkarten für frühere PCs und verschiedene andere Geräte. Sogar im Apollo-Programm fand Wire Wrap Anwendung. Dort waren die Steuerungscomputer mit dieser Technik gefertigt. Eine Begründung fand man in der deutlich höheren Zuverlässigkeit gegenüber dem Löten. Heute wendet man die Wickelverbindung in der Herstellung von Prototypen an, sowie zur Verdrahtung von Federstiftadaptern.

Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Verkabelung sind beträchtlich. Zum einen erreichte man eine bedeutend höhere Packungsdichte am Verteiler, was bedeutet, dass dieser jetzt kostengünstiger in der Fertigung war. Dadurch, dass man einen Draht nun einfach von der Rolle nehmen konnte, entfiel außerdem das Löten vollständig. Der Vorgang ist nun deutlich zuverlässiger, da sowohl Isolierstoffverletzungen auszuschließen sind als auch kalte Lötstellen kein Problem mehr darstellen.

 

Einzelheiten und Werkzeuge

Alle nötigen Arbeiten, wie Wickeln, Abisolieren oder den Draht abtrennen, führt eine vollautomatische Wickelpistole durch. Einfache Wickelpistolen gibt es ebenfalls. Diese wickeln nur und können die anderen genannten Tätigkeiten nicht durchführen. Alternativ gibt es noch Handwickeldorne. Diese sehen den Maschineneinsätzen ähnlich, haben dazu allerdings noch einen Handgriff. Je nach Situation bieten sich beide Werkzeuge an. Sollte an einem Ort kein Strom vorhanden sein, greift man auf den Handwickeldorn zurück, während sich Wickelpistolen eher anbieten, sollte Elektrizität gegeben sein.

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